Brissago
See, Wälder, Berge, exotische Flora, viel Sonne
Grenzort Brissago – wo die Schweiz am südlichsten wirkt
Gustav A. Lang, Brissago
Geschichte Die Weite des Langensees Rundgang durch den Borgo Strahlende Renaissance Das Grand Hotel Die Fabbrica Tabacchi Leoncavallos Rückkehr Die drei Coste hoch hinauf Der Kreuzweg von Brissago Die Brissagoinseln Politik Literatur Auskünfte, Informationen
Das Wort "Brissago" steht nicht allein für
die zwei Inseln im Langensee oder für die legendäre
Wachtmeister-Studer-Zigarre, sondern vor allem für das Tessiner Städtchen an
diesem See, das an den Piemont grenzt, in die Lombardei hinüber grüsst und
klimatisch Italien mehr als nur ahnen lässt. Als schon fast mediterraner
Ferienort hat sich Brissago den baulichen Fragwürdigkeiten eines halben
Jahrhunderts zum Trotz seinen auf zurückhaltende Intimität bedachten
Charakter und seinen besonderen Charme weitgehend zu bewahren gewusst.
Vom Bahnhof Locarno aus ist Brissago – im
einheimischen Dialekt „Brisäg“ – problemlos mit dem Autobus über Ascona und
Porto Ronco zu erreichen. Mit dem Auto lassen sich seit einigen Jahren
Locarno und Ascona in Tunnels umfahren. Bis zum Bau der Via Cantonale von
Ascona nach Brissago um die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb als
einigermassen bequemes Transportmittel allerdings nur das Schiff übrig; es
bietet sich natürlich noch heute an und ist beim erstmaligen Besuch
Brissagos zu empfehlen, denn vom See her wirkt der alte Ortskern, der Borgo,
in seiner Kompaktheit am eindrücklichsten. Die Schifffahrt wird auf dem 60
Kilometer langen und bis über 370 Meter tiefen, weit nach Italien
hinabreichenden See von der italienischen
Navigazione Lago Maggiore (SNLM)
betrieben
[Inhalt]
Für Geschichtsfreunde
Die Jahrhunderte dauernde Beinahe-Abgeschlossenheit zu Land hat zur Folge
gehabt, dass sich Brissago, il Comune rustico, lange Zeit ein autonomes
Eigenleben bewahren konnte. Mit seinen – wie es sich damals gehörte:
in lateinischer Sprache abgefassten – Statuti rustici 1289-1342 und dann
wieder, nach dem Vordringen der Eidgenossen im Jahr 1512 nach Mailand,
1513-1520 war die Gemeinde gewissermassen eine reichsunmittelbare
Minirepublik. Sie konnte sich ihre weitgehende Selbstverwaltung sowohl unter
den Mailänder Herzögen der Visconti und Sforza sowie der aus Como stammenden
Locarneser Grafenfamilie der Rusca bewahren; ebenso dann, ab 1521 – mit dem
am Tag des San Giorgio (23. April) beschworenen Übertritt zur
Eidgenossenschaft (weshalb das Emblem des den gegnerischen Drachen
besiegenden Heiligen Georgs links oben ins rote Kreuz auf weissem Feld des
Brissagheser Gemeindewappens trat) –, in den Zeiten damaliger „Gemeiner
Herrschaft“ der alten Schweizer.
Brissago hat kaum zweitausend feste
Bewohnerinnen und Bewohner, die Residenti, von denen etwas mehr als
die Hälfte „waschechte“ Tessiner sind. In Ferienzeiten sind es gut und gern
dreimal mehr Trotzdem ist es eher als Städtchen oder „Flecken“ denn als Dorf
zu bezeichnen. Dem Intermezzo der Helvetischen Republik mit ihren
Freiheitsbäumen um die Wende zum 19. Jahrhundert folgte 1803 die Schaffung
des Kantons Tessin. Brissago gehört seither dem Bezirk Locarno an. Brissago war seit 1885 dem
Bistum Basel zugeordnet, das in die bisherige kirchliche Verwaltung des Tessins durch
Mailand und Como eintrat. Seit 1886 gehörte es der von Basel eingesetzten
Apostolischen Administration und schliesslich seit 1971 dem eigenständigen
neuen Tessiner Bistum Lugano an, das ab dem Jahr 2004 vom fünften Bischof,
Pier Giacomo Grampa, dem bisherigen Rektor des Asconeser Collegio Papio,
geführten wird. Trotzdem sind Brissago geistlich gewisse Bande nach Mailand
erhalten geblieben: Der Brissagheser Carnevale „vecchio“ des „Re Pitoc“
folgt, wie in einigen Tessiner Tälern und in Capriasca, als „alte Fasnacht“
noch immer nicht dem römischen (Como), sondern dem ambrosianischen
mailändischen Kalender und Ritus.
Naturgemäss sind die Bande hinunter in den
Piemont und in die Lombardei eng geblieben und sollen im Rahmen der „Insubrischen
Region“ künftig noch intimer gestaltet werden. Dem „Risorgimento“, der
Einigungsbewegung Italiens im 19. Jahrhundert, ist aus Brissago viel
Sympathie zuteil geworden. Ja, ein Trupp von etwa dreissig Brissaghesen
unter der Führung des Doktors Benigno Zaccheo eilte gar – unter krasser
Missachtung der schweizerischen Neutralität – dem nachbarlichen „Zwillingsort“
Cannobio, der zum sardisch-piemontesisch-savoyischen Königreich gehörte, im
Kriegsjahr 1859 gegen eine von Luino andampfende österreichische
„Kriegsflotte“ mit zwei Kanönchen zu Hilfe. Die Österreicher, bald nicht
mehr Herren der Lombardei, mussten darauf, nach einigen donnernden
Kanonenschüssen, schleunigst abdrehen. Die Dankesbezeugung der Cannobier für
die Unterstützung aus Brissago ist auf dem Löwen-Monument am südlichen
Eingang Cannobios für „ewige Zeiten“ festgehalten; und die beiden Kanönchen
stehen heutzutage friedlich im Brissagheser Gemeindehaus...
[Inhalt]
Die Weite des
Langensees
Ja, Locarno, Ascona und allenfalls noch das viel
gepriesene Künstlerdorf Ronco sopra Ascona – darüber müssen hier keine
aufklärerischen Worte verwendet werden. Die Piazza Grande in Locarno mit
ihrem Filmfestival, die schon fast mondäne Piazza Giuseppe Motta, das heisst
einfach die „Piazza“ in Ascona mit ihren Strassenrestaurants und ihrem
Riviera-Gefühl, der Höhenzug vom legendären Monte Verità hinüber nach Ronco
mit seiner tausendmal fotografisch festgehaltenen Kirchengruppe und dem
Blick hinunter auf die subtropischen Brissago-Inseln: Sie alle sind uns mehr
oder weniger geläufig.
Aber Brissago? Eben
die dünnen und in ausgefallener Form zu „Zöpfen“ gekrümmten
Röhrchen-Zigarren und der vom initiativen,
leider nun zurückgetretenen Asconeser Biologen Valerio Sala betreute Botanische Garten auf der grösseren
Brissago-Insel. Doch das Städtchen gleichen Namens, das am rechten,
westlichen Seeufer, gegenüber dem Gambarogno, zu erreichen ist, oder
von Ronco aus auf der Höhe durch die Kastanienwälder: Das ist vielen wenig
bekannt. Zu unrecht, wie ich meine. Dabei liegt es auf der Hand: Brissago ist
ausnehmend schön gelegen, am steilen Abhang des Gridone, seines kleineren
Bruders, des Pizzo Leone, sowie der Corona dei Pinci. Der Blick schweift
über die Weite des Langensees, von den Bolle di Magadino bis hinunter nach
Cannobio auf der rechten, Maccagno und Luino (mit seinem bekannten
Mittwoch-Markt) auf der linken, östlichen Seite im italienischen Teil des
Verbanus, wie die Römer den Lago Maggiore nannten. Gegenüber schmiegen sich
- die Landesgrenze macht hier im See einen „Knicks“ - die lombardischen
Dörfer Pino (del Lago Maggiore) mit seiner nachts angestrahlten Kirche, Bassano und Tronzano an die den See säumenden,
häufig brandgefährdeten bewaldeten Hänge, hinter denen sich der hoch
gelegene Lago Delio versteckt, ein idyllischer, von zwei Mauern eingefasster
Stausee, zu erreichen über Maccagno-Superiore und Musignano. Brissago
als Grenzort: Hinter dem Zoll bei Piaggio Valmara die Provinz
Verbano-Cusio-Ossola (früher der Provinz Novara zugehörig) in der Region
Piemont; gegenüber, nach dem Zoll bei Dirinella, die Provinz Varese in der
Region Lombardei.
nd umsäumt ist die Szenerie von Voralpen und
Alpen, deren im Frühling noch schneeweisse Kuppen kontrastieren zum Grün der
sich hinaufziehenden Wälder, zum Hellblau des Himmels und Grün-Dunkelblau
des Alpensees. Dann ist es hier am Lago Maggiore, dessen Temperatur nur
gerade im Hochsommer über 20 Grad steigt, zumindest farblich, wahrhaft
am schönsten! Schaut man in Brissago nach links, seeaufwärts, so türmt sich
dort die den Norden vertretende Alpenkette; blickt man nach rechts,
seeabwärts, so denkt man an die sich hinter den sanften grünen Hügeln
ausbreitende, den Süden verkündende lombardische Tiefebene, ans „bel paese“,
an „bella Italia“ eben. Es gibt keinen anderen See auf dieser Welt, dem mehr
Lieder gewidmet sind, als eben der Langensee, der Lago Maggiore, der
Verbanus, wie ihn die Römer nannten. Vico Torriani, Nella Martinetti und
viele andere lassen die Touristen träumen...
Touristische Hauptsaison ist natürlich Frühling
bis Herbst; früher, bevor „man“ in der kälteren Jahreszeit preiswert in die
fernen Ozeane zu fliegen pflegte, war es eigentlich eher der Winter.
Doch weil vieles am Langensee heutzutage dann geschlossen ist, „chiuso“,
und bei immer noch milden Temperaturen beschauliche Ruhe herrscht, müsste
diese Zeit eigentlich bald wieder zum Geheimtipp aufsteigen. Erste
Bemühungen in diese Richtung sind zu registrieren; auch kreuzt mittags dann
wieder ein Schiff im Schweizer Seebecken. Zu erwähnen ist zudem, wie rasch man, zu jeder
Jahreszeit, von Brissago aus nach Ascona, Locarno, in die Centovalli, ins
Valle Maggia, ins Val Verzasca mit all ihren Seitentälern, in den Gambarogno,
zum Monte Tamaro und von dort zum Monte Lema, ins Bellinzonese und natürlich
auch ins nahe Italien, in den Piemont und in die Lombardei, gelangt.
[Inhalt]
Rundgang
durch den Borgo
Der Ortskern, der Borgo, liegt unten am
See, auf einem der beiden Deltas, die von den zwei wilden Bergbächen, den
Torrenti del Sacro Monte und di Ponte, die den Bergrücken zusammen mit den
Torrenti di Crodolo und Mara in die rippenartigen Coste dreiteilen, im Lauf
von Jahrtausenden aufgeschwemmt haben. Die Hauptstrasse zum nahen Zoll beim
Val Mara führt mitten durch den Borgo und teilt diesen in seine berg- sowie
seine seeseitige Hälfte. Das war nicht immer so: Die Fussgängerrampe, der
oleandergesäumte Muro degli Ottevi, war einst der einzige Durchgang.
1863, als endlich die Seestrasse Ascona mit Brissago und der Grenze verband,
wurde unterhalb der „Rampa“ auf Kosten von Gärten der ostseitigen Häuser
eine schmale Gasse durchgezogen – so wie es sie noch in vielen Tessiner
Dörfern gibt. Doch der nach dem Zweiten Weltkrieg rasant
wachsende grenzüberschreitende Verkehr, nicht zuletzt der
Nord-Süd-Touristenstrom, erforderte 1965 die Verbreiterung, der leider die
seeseitige Häuserzeile nun zum Opfer fiel. Die neuerstellten Bauten vermögen
wie vieles, das in jenen und späteren Jahren mit mässigem
Einfühlungsvermögen ins Ganze gebaut wurde, trotz erfreulichen Arkadengängen
berechtigter Kritik nicht zu widerstehen. Ja, man hört sogar, Brissago sei
im letzten halben Jahrhundert (wie andere sensible Orte ebenso)
architektonisch verschandelt worden. Das Urteil scheint mir übertrieben. Wohl ist
vieles bedauerlich, das im Ortskern der gefühllosen Spitzhacke und an den
Hängen bauwütiger Zersiedelung, dem guten Geschmack, dem „buon gusto“, wie
ihn Francesco Chiesa nannte, zum Opfer gefallen
ist. Anderseits ist ebenso viel Neues entstanden, das durchaus seinen
eigenen Wert hat und das immerhin daran erinnert, dass die Uhr auch in
Brissago nicht stehen geblieben ist. Über zeitgemässe Architektur wird
überall gestritten; der Ferienort am Lago Maggiore macht da keine Ausnahme.
Es sind immerhin einige namhafte Architektinnen und Architekten wie Altmeister Snozzi, aber auch Tami und Brivio, Gmür und
Vacchini, Arnaboldi und Cavadini, Galfetti und Montorfani, die sich gegen
bauliche Banalität wandten und für neue, beachtenswerte Akzente gesorgt
haben. Dass die smaragdgrün-gläserne, 1999 von Livio Vacchini erstellte Casa
BancaStato, Sitz der Tessiner Kantonalbank und zugleich Appartmentbau am
südlichen Borgo-Ende, quasi eine modernistische „Antithese“ zum wuchtigen
barocken Palazzo Branca-Baccalà im Borgo-Innern, trotz beachtenswerter
ästhetischer Qualität nicht so richtig an diesen empfindlichen Platz zu
passen scheint, verdeutlicht das Dilemma neuen Bauens in einst „malerischen“
Ortschaften wie eben Brissago. Der Durchgangs-, vor allem der Schwerverkehr,
zum Teil als Umfahrung Chiassos, bleibt, wie der Gemeindepräsident, Sindaco
Giancarlo Kuchler, festhält, Brissagos Hauptproblem als Kur- und Wohnort.
Sorgen haben vor allem die Hotels und Gaststätten an der Hauptstrasse, die -
wie auch die Banken - vor weiteren, immer notwendigeren Investitionen
zurückschrecken. Mehrfach schon hat die Gemeinde an den Kanton und den Bund
appelliert, endlich Abhilfe zu schaffen. Eine Galleria, ein Tunnel, nach dem
Muster Locarnos und Asconas (wo sogar ein zweiter Richtung Porto Ronco in
Angriff genommen werden soll) ist zwar sowohl in kürzerer als auch längerer
Variante vorprojektiert, wäre wahrscheinlich auch mehrheitsfähig, wie sich
jüngst an zwei Orientierungsversammlungen zeigte, wird jedoch wohl noch
etliche Zeit auf sich warten lassen – falls er überhaupt (ebenso die
vieldiskutierten Gemeindefusionen im Locarnese) je realisiert werden sollte.
Wie übrigens auch die Umfahrungen von Cannobio und Cannero Riviera südlich
der Grenze, von denen ebenfalls gesprochen wird. So bleibt es vorderhand
dabei: Brissago muss sich kürzerfristige Ziele setzen, um gleicherweise für
Einheimische wie für Gäste attraktiv zu bleiben. Und um das weitere,
beunruhigende „Ladensterben“ im Ortskern zu stoppen. (Zur ganzen Problematik
des „Fortschritts“ in Brissago vor einem halben Jahrhundert ist im Jahr 2002
der Spielfilm „Strada principale – eine Tessiner Chronik“ gedreht worden.)
Trotz schmerzlichem Eingriff ins historische
Bild des Borgo: Noch immer gibt es eine Reihe architektonischer, vom Süden
inspirierter Schönheiten zu entdecken wie den zuvor genannten, 1970 von der
Gemeinde gekauften patrizialen barocken, eben äusserlich fertig
restaurierten und der Öffentlichkeit zugänglich gemachten wuchtigen Palazzo
Branca-Baccalà (dem leider die Annexbauten abhanden gekommen sind). Oder die
harmonische Casa Branca sulla Riva (Casa Morandotti) aus dem l7. Jahrhundert
mit ihrer Loggia am in den Sechzigerjahren am Debarcadero, der
Schiffslandestelle, bis zum ehemaligen Fischerviertel Gabbietta angelegten
und 1981 verlängerten Lungolago – nunmehr eine der mit Rolf Krögers
Stein-Stahl-Holz-Skulpturen schönsten Promenaden am Alto Verbano. Sie
umfasst jetzt ebenso den neuen, 1995 fertig erstellten grosszügigen
Bootshafen, den Porto Comunale alla Resiga mit seinem „Custode“ des
einheimischen Künstlers Antonio Calabrò sowie einer für ihn sehr typischen
Skulptur Karlheinz Oswalds, und ist nun eben auch südwärts, vor der Casa
Bianca vorbei Richtung Ponte, begehbar.
Im Hafen tummeln sich nicht wenige Segelschiffe;
sie gehören meist Auswärtigen von nördlich der Alpen, die doch nur
sporadisch zu einem Törn starten. Deshalb ist zumindest das schweizerische
Seebecken auch an windsicheren Tagen – ausser es finde eine Regatta statt –
von weissen und farbigen Segeln nicht gerade zugedeckt: Was den Vorteil hat,
dass sich die Seebären und -bärinnen kaum in die Quere kommen. Übrigens: Ein
junger Brissaghese ist seinerzeit nicht nur auf den See hinaus gefahren,
sondern fast über den ganzen Atlantik. Eben nur fast! Narciso Bazzi, der
Familie Angelo und Achille Bazzis entstammend, Mitbegründer der Fabbrica
Tabacchi, von der später die Rede sein wird, ging leider 1912 als
Kabinensteward mit dem neuen Schnelldampfer „Titanic“ auf dessen
Jungfernfahrt ums „Blaue Band“ nach dem Zusammenstoss mit einem Eisberg vor
Neufundland in den kalten Wellen unter. Eine steinerne Plakette mit der Foto
Bazzis in der – statt restaurierten – kürzlich abgerissenen Bazzi-Kapelle
des alten Brissagheser Friedhofs erinnert ans Unglück.
Neben der Casa Branca sulla Riva, leicht zurückversetzt im exotischen Garten mit seinen Zitrusbäumen, die sorgfältig
restaurierte majestätische blaue Casa del Matti (Villa Gina), eine
vergrösserte Kopie des l8. Jahrhunderts gewissermassen; weiter, an der Via
ai Cipressi, das im Besitz der Kirchgemeinde stehende, mit dem
anschliessenden nüchternen Neubau „wetteifernde“ barocke orangerot-gelbe
Turmhaus der Casa Bianchini (einst Casino dei Branca – immer wieder die
Familie der Branca!); der Durchgang durch das Renaissanceportal zur Casa De
Rossi (Palazzo Porzio-Giovanola); und eben die erhalten gebliebenen Bauten
an der auch „Montada“ genannten „Rampa“, von Süd nach Nord: Case Storelli,
Ghigi, Borrani (Conti Rossini), già Pedretti und dei Boranoni. An der Piazza
del Municipio das soeben total renovierte Castello, dessen Fassade letztes
Überbleibsel des Mittelalters im Ortskern bleibt. Sie alle sind Zeugen eines
gewissen Wohlstands einiger Bewohner Brissagos in vergangenen Zeiten.
[Inhalt]
Strahlende Renaissance
Seit sie vor bald einem halben Jahrhundert
restauriert und ihren ursprünglichen lombardisch-toskanischen
Renaissance-Charakter, der den Geist Filippo Brunelleschis und Bramantes
atmet, wieder erhalten haben, präsentieren sich die beiden von den
einheimischen Architekten Beretta Vater und Sohn im 16./17. Jahrhundert
erbauten Ortskirchen in eindrücklicher Schönheit, sowohl die Pfarrkirche dei
Santi Pietro e Paolo im Borgo mitsamt den sie angrenzenden gleichaltrigen,
das heisst nunmehr über 400-jährigen Zypressen auf dem
idyllisch-verschwiegenen Vorplatz mit seinem originalen Katzenbuckelpflaster
und dem weiten Blick über den Langensee als auch – und sie ganz besonders –
die grazile Kirche Madonna di Ponte: die Chiesa della Santa Maria in Selva,
der sie geweiht ist und wie sie deshalb akkurat eigentlich heisst, mit
oktogonaler Kuppel, einem von einem Säulenkranz gestützten und von einer
schlanken „Laterne“ abgeschlossenn „Tambour“, freistehendem schnörkellosen
Campanile sowie Portikus direkt über dem See. Spiritus rector der Restaurierungen war, wie
auch für alle anderen Kirchen und Oratorien der Pfarrgemeinde, Don Annibale
Berla, jahrzehntelang (1946-2000) zuerst Vikar, dann Ortspriester Brissagos.
Er setzte auch die Neuanordnung des zentralen Altars im Sinn des Zweiten
Vatikanums durch und fand im Bildhauer und Landsmann aus dem Bleniotal
Giovanni Genucchi (1904-1979) für die Pfarrkirche einen kongenialen
Interpreten seiner liturgischen Vorstellungen; der neun Tonnen schwere
Granitkubus mit der Abendmahlszene, in der Judas’ Sessel leer steht,
verbindet gleichsam die Renaissance mit der „Moderne“ des 20. Jahrhunderts.
Einen neuen, „diskreteren“, aber auch eigenständigen Platz erhielt im Rahmen
der brissaghesischen „Renaissance der Renaissance“ der besonders prunkvolle
barocke bisherige Hauptaltar der Madonna di Ponte in einer eigens für ihn
erstellten westlichen Seitenkapelle.
Wie nicht anders zu erwarten, ist auch Berla
seiner „Purifizierungen“ wegen nicht vor herber Kritik verschont geblieben.
Da ich persönlich seine Vorliebe für die Renaissance durchaus teile,
empfinde ich die Erneuerung der beiden Kirchen als beglückend. Vor allem
Madonna die Ponte scheint mir in ihrer schlichten, transparenten Klarheit
eine der eindrücklichsten sakralen Bauten im Tessin zu sein, ein Bijou
nationalen Rangs und für sich allein die Reise wert – vergleichbar dem
romanischen Meisterwerk etwa der Chiesa San Nicolao in Giornico! Madonna die
Ponte hätte es wahrlich verdient, dass auch die strassenseitige Umgebung
eine adäquate Anpassung erführe...
Die Säulenhalle des Porticato dient heute als
Grabstätte für den aus Neapel stammenden Opernkomponisten Ruggero (nach
Taufschein eigentlich Ruggiero) Leoncavallo (1857-1919), der Anfang des 20.
Jahrhunderts um die zehn Jahre in Brissago gelebt und gewirkt hatte. Nach
seinem Welterfolg mit „Pagliacci“, dem „Bajazzo“, diesem auch durch
über ein Dutzend Verfilmungen, so zuletzt Franco Zeffirellis Adaption,
populär gewordenen genialen Verismo-Zweiakter mit programmatischem Prolog,
der historisierenden Oper „I Medici“, seiner ein Jahr nach Giacomo Puccinis
gleichnamigem Werk uraufgeführten (in dramatischer Hinsicht ebenbürtigen) „Bohème“
sowie der Oper „Zazà“ hatte Leoncavallo hier im Auftrag des Deutschen
Kaisers Wilhelms II., dessen bevorzugter Opernkomponist er war, seinen
„Rolando“, den „Roland von Berlin“, fertig komponiert.
Die Statue des mythischen, in die europäische
Literatur- und Musikgeschichte eingegangenen Rolands – neben vielen
Standbildern in Deutschland und anderswo die einzige unzweifelhaft verbürgte
Rolandfigur in der Schweiz – stand bis im Herbst 2004 in Leoncavallos
ehemaligem Garten mit seinen Grotten für des lebensfrohen Komponisten
bemerkenswerte Weinsammlung; des Gemeindepräsidenten Vater Carlo Kuchler
empfand in seinem poesievollen Bändchen „Vom Glück in Brissago“ (1961/1971)
seinerzeit den Roland als „seltsam fremden, steinernen Gast zwischen den
tropischen Blüten“ des Parks; das „märkisch-trutzige Rittermonument“ zog
jedoch eines geplanten Neubaus wegen vor den Palazzo Branca-Baccalà mit
seinem Leoncavallo-Museum, wo sie zum Gedächtnis der hundertjährigen
Ehrenbürgerschaft des Komponisten neu „enthüllt“ wurde. Leoncavallos
pittoreske Jugendstil-Villa Miryam mit ihren maurischen Elementen über der
Seestrasse hingegen ist leider, wie zuvor schon das nahe „Caffè Roland“,
1978 abgerissen worden; dabei „dislozierte“ ihrerseits die aus den
Abbruchtrümmern gerettete und restaurierte graziöse weisse Statuette der
Zazà, die ebenfalls den Park geschmückt hatte, hinauf zum Albergo „Villa La
Favorita“ über dem Ortsteil Piodina.
Der Cimitero hinter dem Portikus, ebenfalls
schön über dem Seeufer gelegen und jüngst modern erweitert – ursprünglich
Friedhof der Fraktion Piodina – wird unübersehbar dominiert vom Familiengrab
der Pedroli, Gründer und Direktoren der Brissagheser Zigarrenfabrik.
[Inhalt]
Das Grand Hôtel –
sic transit gloria mundi ...
Das gleiche Schicksal wie die Leoncavallo-Villa
erlitt 1993 auch der nach der Schliessung 1971 und dem Dachstochbrand von
1983 zur Ruine verkommene, schräg unterhalb der einstigen Villa Myriam
gelegene Grande Albergo, das legendäre, 1907 fertig erstellte „Brissago
Grand Hôtel au Lac“, direkt am Seeufer gelegen, einst Flaggschiff der
Brissagheser Hotellerie, das von vielen Berühmtheiten beehrt worden ist wie
Thomas Mann, H.G. Wells, Hemingway, Nabokov, Kästner, Tucholsky, Hesse, den
zahlreichen Gästen Leoncavallos sowie Remarque, der dann ganz in der Nähe
Fuss fasste, in Porto Ronco. Das Belle-Epoque-Hotel, von der Lage her
gesehen vielleicht das schönste aller Grand-Hotels aus der Zeit vor dem
Ersten Weltkrieg, diente im Zweiten Weltkrieg 1944 als Flüchtlin
gsunterkunft
für Frauen und fand dann nie mehr zum alten Glanz zurück, auch wenn der
grosse Brissagheser Kochkünstler Angelo Conti Rossini bei besonderen
Anlässen in dessen Küche das Regiment führte. Der zerfallene Grande Albergo
diente der Schwiegertochter Hermann Hesses, Isa Hesse-Rabinovitch (Jo
Mihaly), im Jahr 1989 als Hintergrund für ihren eindrücklichen, quasi das
„sic transit gloria mundi“ thematisierenden Dokumentarfilm „Geister und
Gäste, in memoriam Grand-Hotel Brissago“.
Vor einiger Zeit ist an der Stelle des einst
schönsten Hotels an den „drei Seen“ die Errichtung der ebenso voluminösen
wie ästhetisch umstrittenen zehngeschossigen Villa Bianca des Architekten Aurelio Galfetti zu Ende gegangen, eines luxuriösen Apartmenthauses mit
eigenem Bootshafen. Den abschätzigen Urteilen zum Trotz, die man hier meist
zu hören bekommt: Die Villa Bianca präsentiert sich als durchaus
interessantes Beispiel eines Grossbaus für Wohnzwecke – auch wenn sich
Galfetti, dessen ursprüngliche Pläne von einem anderen Architekturbüro in
einigen Details „schwerwiegend entstellt“ ausgeführt worden sind, vom Endergebnis distanziert.
Das 1980 errichtete, im „römischen“ Pseudostil
gehaltene Hotel „Villa Caesar“ beim Municipio buhlt um potentielle
Grand-Hotel-Kundschaft; das etwas erhöht beim Sacro Monte gelegene, im Jahr
1913 eröffnete Parkhotel „Brenscino“ (der heutige Neubau tröstet nicht ganz
über den ursprünglichen Komplex hinweg) mit seiner bezaubernden Gartenanlage
bietet sich als Familienhotel an – was eigentlich für alle anderen Alberghi
in Brissago, etwa den alteingesessenen Albergo „Camelia“, ebenso gilt. Wer
Fünf-Sterne-Weltgewandtheit sucht, hält sich an Ascona. Was vorzügliches
Essen betrifft, so ist immerhin die heutige Osteria „Al Giardinetto“ (früher
„Agora“ beziehungsweise „Giardino“) unter dem 1993 verstorbenen, oben
bereits genannten legendären Angelo Conti Rossini, Bruder des ehemaligen
langjährigen Gemeindepräsidenten Cesare – ein anderer Rossini, Maestro
Gioacchino, war ja auch ein Feinschmecker! - mitten im Brissagheser Borgo
eine allererste Adresse gewesen; heute sind Rolf und Petra Heiniger
bestrebt, das Renommee des Lokals zu halten. Von den Grotti sei immerhin
Battistessa Solferinis „Borei“ hoch über Piodina genannt.
[Inhalt]
Die
schönstgelegene Fabrik
Die Villa Bianca konkurrenziert nunmehr, wie
zuvor das Grand-Hôtel aus der Belle Epoque, als unübersehbarer Kubus die
beim Lido, dem schmucken kleinen Brissagheser Strandbad, und der Madonna di
Ponte situierte legendäre Tabakfabrik „Fabbrica Tabacchi Brissago“ (FTB),
älteste Manufaktur im Kanton Tessin, gegründet von lombardischen Emigranten
und initiativen Brissaghesen im Jahr des Sonderbundkriegs, 1847, zur
Durchbrechung des österreichischen Tabakmonopols; seit 1999 ist „die
schönstgelegene Fabrik der Schweiz“ als „Centro Dannemann“ – mit Auditorium
für (auch kulturelle) Veranstaltungen - im Besitz der Firma Burger Söhne AG
im aargauischen Burg. Im Herbst 2004 fand dort beispielsweise der Zweikampf
um die “klassische“ Schachweltmeisterschaft statt, mit dem der Name
Brissagos um die ganze Welt kreiste! Ursprünglich stand die Fabrik am Nordausgang des
Ortskerns am Seeufer. Die Lage direkt am See deutet auf die Art und Weise
hin, wie der wertvolle Rohstoff aus Nordamerika während Jahrzehnten
herangeschifft wurde – eben durch Schiffe. 1887 wurde am heutigen Standort
der Fabrik neben dem Lido-Strandbad, also ebenfalls am Seeufer, eine zweite
Tabakmanufaktur gegründet, die „Manifattura Internazionale Tabacchi“, die
jedoch bereits acht Jahre später, 1895, mit der älteren Konkurrentin
fusionierte und daraufhin, nach vierjährigem Stillstand, ab 1899 für diverse
andere Produktionen wieder im Betrieb stand sowie als Tabaklager diente. Im
Zweiten Weltkrieg, 1940, wurde die gesamte Tabakproduktion hierher verlegt
und schliesslich die ursprüngliche Fabbrica am Torrente del Sacro Monte 1958
abgerissen. Im Vordergrund der Fabrikation – vor allem durch
Grenzgängerinnen aus der Provinz Verbano-Cusio-Ossola, die irgendwie an die
„Carmen“ von Sevilla erinnern – im neu errichteten Nebentrakt sowie im
kürzlich durch die jetzigen Eigner renovierten Hauptgebäude, das seinem
„imperialen“ Stil gemäss (der Mitteltrakt wurde auf den Umzug von 1940 hin
imponierend neu gestaltet) eher an einen Repräsentationbau denn an eine
Fabrik erinnert, stehen heute allerdings nicht mehr die „Brissago“ und die
„Toscani“, sondern neben Rössli-Stumpen die Dannemann-, Churchill- und
andere „feine“ Zigarren. Vom Frühsommer bis in den Herbst kann die
Fabbrica Tabacchi nach Voranmeldung beim Brissagheser Verkehrsbüro (Ente
Turistico Lago Maggiore) besucht werden – ebenso übrigens wie die
imposante, in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ganz in den
Berg hinein gebaute Elektrizitätszentrale „Verbano“ der Maggia-Kraftwerke AG
am Val di Crodolo, die dafür sorgt, dass nachts abertausende von Lichtern
märchenhaft ins obere Seebecken hinein funkeln. Man erreicht sie auf der
Seestrasse Richtung Porto Ronco: Vorbei an der weissgetünchten Clinica
Hildebrand, einem im Jahr 1963 eröffneten renommierten
Rehabilitationszentrum mit grosszügigem Park, aus dem die Statue des San
Martino heruntergrüsst (Grabmal Wilhelm Hildebrands), sowie dem nach
den Plänen der Architektin Giovanzana Montorfani ausgebauten, den Eingang
nach Brissago markierenden und mit seinem braunrötlich-gelbsandfarbenen Ton
des Hauptgebäudes auf sich aufmerksam machenden Psychopädagogischen Zentrum
Miralago.
[Inhalt]
Ruggero Leoncavallos Rückkehr
Doch noch einmal zurück zu Ruggero Leoncavallo: Nicht nur seine Villa fiel der ominösen Spitzhacke zum Opfer; auch die Erinnerung an den bisher einzigen Ehrenbürger und dessen berühmten Gäste – etwa Vittorina und Eleonora Duse, Enrico Caruso und Arturo Toscanini - am Lago Maggiore war nach seinem Tod 1919 in Montecatini sowie seiner Beisetzung in Florenz hierzulande etwas verblasst. Bis man sich 1987 seiner kulturellen Bedeutung und seines (nicht zuletzt touristischen) Nutzens für Brissago erneut bewusst wurde und zumindest die Hauptstrasse, die Via Principale beziehungsweise Via Centrale, in Via Ruggero Leoncavallo umbenannte. Da zudem der Dirigent und Musikologe Graziano Mandozzi aus Minusio bei Locarno daran erinnerte, der Komponist – Schöpfer unter anderem auch der Opern „Gli Zingari“ und „Edipo Re“, einiger Operetten wie „Malbruk“ und „La Reginetta delle rose“, der sinfonisch-ariosen „Nuit de mai“, des Balletts „Séraphitus Séraphita“, der berühmten melodiösen Romanze „Mattinata“ und weiterer arioser sowie pianistischer Miniaturen – habe bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft im Jahr 1904 den Wunsch geäussert, in Brissagheser Erde begraben zu sein (was Leoncavallos Nichte Piera Grand-Leoncavallo, wohnhaft in Locarno, bekräftigte), ergriff er die Initiative zu dessen „Heimführung“. Dies geschah dann auch 1989 auf recht abenteuerliche und diplomatisch heikle Weise – worüber damals in der Presse eingehend berichtet wurde.
Bis zur definitiven Beisetzung im zu diesem Zweck aufgefrischten Portikus der Madonna di Ponte (an der Suche nach einem würdigen letzten Ruheplatz beteiligte sich auch der Tessiner Architekturpapst Mario Botta) vergingen nochmals fünf Jahre. Des Tonschöpfers wird nunmehr seit 1996 alljährlich mit einem Festival gedacht – im Mai 2004 war es also bereits der neunte; Triebfeder hinter dem Musikfest ist der hiesige Tenor Ottavio Palmieri, Sohn der vielleicht letzten Berufsfischerin der Schweiz. Mit tatkräftiger Unterstützung der Freifrau Hildegarde von Münchhausen, der „Baronessa“, seit über dreissig Jahren hier lebend, ist im gemeindeeigenen Palazzo Branca-Baccalà Mitte April 2002 von der Ende 1999 gegründeten Fondazione Ruggero Leoncavallo ein kleines, aber schmuckes Leoncavallo-Museum geöffnet worden (zugänglich März-Oktober mittwochs bis samstags). Herzstück ist das aufwändig restaurierte, in Kammerkonzerten bis vor kurzem gelegentlich noch immer benützte Pianoforte des Komponisten.
Seine endgültige Ruhestätte hat Ruggero Leoncavallo also seinem Wunsch gemäss in Brissago gefunden. Einer ebenfalls letzten Ruhestatt harrt hingegen noch immer die dem Sonnengott Re zugehörige Tochter des Amun, Ta-scherit-en-Imen. Sie wurde im Jahr 1880 von einem kulturbeflissenen italienischen Emigranten, dem Arzt Zaccaria Zanoli, als Mumie in ihrem reich verzierten Sarg an den Lago Maggiore gebracht und harrt seither, zuerst in Zanolis Kuriositätenkabinett, später in einem Abstellraum des Municipio, des rötlichen Gemeindehauses, leider etwas malträtiert, ihres ihr angemessenen würdigen Grabes.
Am Rand sei erwähnt, dass Ruggero Leoncavallo
die Gemüter der Brissaghesen musikalisch gehörig aufgeweckt haben muss: Es
fanden auch nach seinem Weggang in den „Salons“ des Orts immer wieder
„lyrische Abende“ statt, und der renommierte Ingenieur Emilio Ambrogio
Bressani-Pedroli (l889-1967), der auch eine solide musikalische Ausbildung
genossen hatte, komponierte einige Werke wie die Operetten „Lisetta“ (1922)
sowie „Passano i Boemi“ (1925). Einer lombardischen Familie entstammend,
Sohn des Tabakdirektors Antonio Bressani, Hauptmann der italienischen Armee,
liess er sich 1929 in Brissago, wo er aufgewachsen war, einbürgern. Die
miteinander doppelt verschwägerten Pedroli und Bressani waren hochangesehene
Honoratioren, insbesondere die beiden Brüder Emilio (der Ältere) und
Giuseppe Pedroli, tessinische Politiker, Mitbegründer (mit Angelo Bazzi),
Verwaltungsräte und Direktoren der Tabakfabrik; Emilio sorgte hierzulande
für die Einführung der Elektrizität, Giuseppe kontrollierte im Auftrag des
Bundesrats den Bau der Gotthardbahn.
[Inhalt]
Die drei
Coste hoch hinauf
Wer nur den Borgo ins Auge fasst, weiss noch
lange nicht alles über Brissago. Denn das Gemeindegebiet erstreckt sich weit
den dreigeteilten Bergrücken hinauf, der heute wegen der einzigartigen
Seesicht ebenso überbaut ist – wie bereits angetönt: mit gelungener
und weniger gelungener Villen-Architektur – wie die steilen Abhänge bei
Ronco, die Collinetta in Ascona und die Monti von Locarno. Auf über einem
halben Jahrhundert alten Fotos ist ersichtlich, wie es damals war: Deutlich
sichtbar und voneinander abgegrenzt standen seinerzeit die alten Weiler, die
Frazioni, oberhalb des Borgo: An der Costa di Dentro sind es Caccio,
Nevedone, Cartogna, Rossorino, Porta und Gadero; an und neben der Costa di
Mezzo dann Noveledo, Cadogno, Incella, Tecett und Piazza; an der Costa di
Fuori über Ponte und dem den See überblickenden, neu erweiterten Alters- und
Pflegeheim der kommunalen Stiftung Casa San Giorgio die grösste dieser
Siedlungen, Piodina. Auf gepflegten Spazier- und Wanderwegen sowie über zwei
eiserne Gehsteige, die Torrenti überspannend, sind sie alle zu entdecken,
mit ihren verschachtelten Rustici und den zum Teil bedeutsamen alten Fresken
an den Aussenwänden. Nach Rücksprache mit der Pfarrei, der
Parrocchia, lassen sich auch die Schlüssel zu den gediegenen, heute
renovierten Oratorien in Porta (San Bartolomeo), Gadero (Madonna delle
Grazie), Incella (Santi Rocco e Sebastiano) und Piodina (San Macario)
beschaffen – oder man beteiligt sich an den Führungen durch die Fraktionen,
die vom Frühling bis in den Herbst von der Gemeinde angeboten werden. Einzig
die Kapelle in Porta ist 1997/98, als nach wie vor umstrittenes
„Abschiedsgeschenk“ des scheidenden Pfarrherrn Berla, durch einen Neubau aus
Beton und Granit des Architekten Raffaele Cavadini ersetzt worden. Der
schlichte „modernistische“ Kubus fügt sich in seiner funktionalen
Nüchternheit den Unkenrufen zum Trotz gut ins Ambiente des Weilers ein.
Oberhalb Piodinas versteckt sich im Wald über der Via Malpensata das
schmucke Oratorium von Taia (Madonna di Montonero), und auf dem weiteren Weg
bergaufwärts liegt an der Via Costa di Mezzo in schönster Aussichtlage,
bereits 700 Meter ü.M., die grosszügige Kapelle von Porbetto (Vergine del
Buon Consiglio). Die drei Strassen der Coste sind hoch hinauf
befahrbar, in die voralpine Zone von 800 bis über 1000 Metern ü.M. mit ihren
Wochenend-Maiensässen - nach Alba Nova, von wo sich über die Alpe di Naccio
der Pizzo Leone besteigen lässt; nach Mergugno mit dem Aufstieg durch den
Anfang bis Mitte Juni blühenden einzigartigen Goldregenwald des Sacro Bosco
zur 1995 fertig erstellten Berghütte (Refugio) „Al Legn“ auf der Alpe
Arolgia und von dort zum Gridone-Gipfel; oder aber von den „Canalitt“ aus,
einem Aquädukt des 19. Jahrhunderts (1850-1871) in Cortaggio, zur selben
Capanna und zum Gipfel, der in älterer Sprache auch Ghiridone heisst und von
den Italienern Monte Limidario genannt wird – der wirkliche König des ganzen
Gebirgszugs, des „Himalaja“ über dem Lago Maggiore. Es gehört zu den Reizen Brissagos, dass es auf
seinem Gemeindegebiet – oft in privaten Gärten wie jenem der Casa Elsa, den
der Schriftsteller Felix Moeschlin sowie vor allem sein Sohn, der Toxikologe
Sven Moeschlin, am grenznahen Seeufer gestaltet haben, oder im botanischen
Paradies der Casa Esperanza über dem See, das der Schauspieler Carl Schell
eigenhändig in die Wirklichkeit umgesetzt hat – die subtropische Vegetation
der Azaleen, Glyzinen, Kamelien, Magnolien, Mimosen und Rhododendren, der
Grapefruit-, Orangen- und Zitronenbäume, der Feigen-, Kaki- und Ölbäume, der
Akazien und Hibisken sowie der Bambusse, Pinien, Zedern, Zypressen und
natürlich der Palmen – Schells eigentliche Passion – ebenso anbieten kann
wie auch, mit Nussbäumen, Kastanien und Eichen dazwischen, die herbere Flora
der voralpin-alpinen Bergwelt! Die regelmässigen, „zuverlässigen“ Nord- und
Südwinde, die morgendliche Tramontana – oder aber auch der gelegentlich
forsch-kräftige Nordföhn – und die Inverna, die sich in der Sommerzeit
pünktlich um halb zwei Uhr nachmittags aus Italien meldet und bis zum
Verschwinden der Sonne hinter dem Gridone für angenehme Temperaturen
verantwortlich zeichnet, sorgen dabei, trotz Verkehrsbelastung, meist für
gute Luft.
[Inhalt]
Der Brissagheser Kreuzweg
Doch von einer dieser in die steilen Hänge
hinein gebauten kleineren Kirchen ist noch nicht die Rede gewesen: jener des
Sacro Monte. Das Val del Sacro Monte jedoch ist ein einzigartiges
Gesamtkunstwerk von Natur und Architektur, nur wenige Gehminuten entfernt
vom Borgo und von der Mediterranität des Sees. Zur barocken Kirche hinauf
führt durch die Via Gerusalemme die Gradinata del Calvario, ein Kreuzweg in
der oberitalienischen – und auch Tessiner - Tradition der Volksgläubigkeit
zur Zeit der Gegenreformation, wie sie sich etwa im Einzugsgebiet des
Langensees im Sacro Monte bei Varallo oder im Campo dei Fiori bei Varese, in
Locarno (Madonna del Sasso) und an der Strasse nach Arcegno präsentiert. Von der Verkündigungskapelle aus steigt die Via
Crucis, mitsamt der Geisselungskapelle über die kanonisch festgelegten
vierzehn Stationen, seit 1999 neu mit theologisch die Gesichter betonenden
Malereien des auch als Schöpfer beeindruckender geistlicher
Glasmalereien renommierten Kapuzinerpaters Fra Roberto Pasotti vom
altehrwürdigen Konvent zu Bigorio oberhalb von Tesserete nördlich Luganos
ausgeschmückt, hinauf zur auf einen quer ins Tal ragenden Felsen gestellten
barocken, in gelb-roten Terrakotta-Tönen gehaltenen Wallfahrtskirche Madonna
Addolorata; und weiter zur Kalvarienberg-Kapelle, nach „Golgatha“,
mit den restaurierten Holzkruzifixen aus dem 18. Jahrhundert. Leider ist
deren Hintergrund, einst Jerusalems Tempelbezirk darstellend, weiss
übertüncht worden. Wie nicht anders zu erwarten: Auch die Erneuerung der
gesamten Anlage der Via Crucis, die Ersetzung dreier durch Erdrutsche
abhanden gekommener Wegkapellen, so die Errichtung des
Auferstehungstabernakels gegenüber der Kirche, ist der nimmermüden
Initiative Don Annibales zu verdanken!
Wer abends zur Zeit des astronomischen
Sonnenuntergangs bei der in frischem Glanz leuchtenden Chiesa
dell’Addolorata rastet, also ab Winteranfang jeden Tag eine Minute später,
ab Sommerbeginn eine Minute früher, den umfangen aus der bewaldeten und von
den Berggräten abgeschlossenen Kulisse, die einem natürlichen „Amphitheater“
ähnlich ist, seit drei Jahren für eine Viertelstunde Walter Fähndrichs
elektronische ätherische Töne – zum Meditieren einladenden Sphärenklängen
gleich. Es lohnt sich, auf dem Weg zurück an den See den schmalen Bergpfad
durch die wilde Schlucht des Bergbachs hinabzusteigen: Wer hätte hier im
engen, bewaldeten Tobel tief unten zwischen dem Kreuzweg und den
Gebäulichkeiten des anthroposophischen Soziotherapeutischen Instituts La
Motta diesen Kontrast zum „lieblichen Gestade“ Brissagos erwartet?
[Inhalt]
Exotik auf den
Inseln
Zu den touristischen Hauptattraktionen zählen
natürlich die beiden Brissago-Inseln Isola Grande und Isolino, auch San
Pancrazio und Sant’Apollinare genannt, gegenüber von Porto Ronco, die
„Inseln der Seligen“, die ab 1885 von der legendären, exzentrischen Baronin
Antonietta Saint-Léger und ab 1928 vom nicht minder exzentrischen,
libertinären Max Emden bewohnt wurden; letzterer liess auf San
Pancrazio die klassizistische, heute auch ein Restaurant, Ausstellungen und
Seminare beherbergende Villa erbauen.
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Seit dem Jahr 1949 stehen die Isole di Brissago im Besitz der Gemeinden Brissago (politisch eine ihrer Fraktionen),
Ronco und Ascona, des Kantons Tessin sowie des Schweizer Bunds Heimatschutz
und des Naturschutzbunds Pro Natura. Der 1950 eröffnete Parco Botanico, eine Art
wohlgeordneter Garten Eden, der auf besagte Baronessa zurückgeht – zu Emdens
frivol angehauchten
Zeiten zumindest symbolisch den fatalen biblischen
Apfelbaum beherbergend -, gehört mit seiner exotischen Artenvielfalt in
Mitteleuropa zu den reichhaltigsten überhaupt; es dürften wohl im hiesigen insubrischen, besonders milden Klima um die 1500 Pflanzen aus aller Welt
auch im Freien gedeihen. Sant’Apollinare hingegen bleibt einheimischen Arten
reserviertes Naturschutzgebiet; immerhin soll die „Kanincheninsel“ nun
ihrerseits gepflegt werden – als „pädagogische Provinz“ für handwerkliches
Arbeiten von Schulklassen aus dem Locarnese. Was den Botanischen Garten
betrifft: Der frühere Parkdirektor Sala interessierte sich mehr für
wissenschaftliche Auswahlkriterien als für, wie er sagte, blosse
„gärtnerische Spielereien“. Daran dürfte sein Nachfolger, der Bellenzer
Botaniker und Biologe Guido Maspoli, wohl grundsätzlich nichts ändern
wollen. Im Jahr 2004 haben fast hunderttausend Besucher die Isola Grande
besucht. Der Park profitiert natürlich vom
„Sonnenstuben“-Wetter. Aber wenn der grosse Regen niederprasselt, was er
hier im Frühling oder Herbst durchaus tun kann, dann geraten - Locarnos
Piazza Grande ist in solch nassen Zeiten zu Schiff befahrbar - regelmässig
bis zu Zweidrittel der Inseln unter Wasser. Das war im vergangenen
Jahrhundert mindestens vier Mal der Fall: 1907, 1978, 1993 und 2000.
Erstaunlich, wie resistent (nebst den Menschen) die meisten Pflanzen gegen
diese gelegentlichen sintflutartigen Güsse sind!
[Inhalt]
Erwünschte Rücksichtnahme
Das Locarnese ist, wir wissen es, ein
bevorzugtes Ferienziel für Deutschschweizer und Deutsche. Der Tourismus
bleibt wichtigster Wirtschaftsfaktor am Alto Verbano, und entsprechend ist
die deutsche Sprache, Schweizer- wie Hochdeutsch, insbesondere während der
Saison nicht allein auf den Brissago-Inseln allgegenwärtig. Das ist
vorteilhaft wie zugleich schade. Es sollte die Besucherinnen und Besucher
von jenseits des Gotthards, vor allem die „Dauergäste“, jedenfalls
nicht davon abhalten, so viel wie möglich von der „Italianità“ der Gegend am
Lago Maggiore bewahren zu helfen. Das gebietet nicht allein der Respekt vor
der hiesigen Kultur. So ist es beinahe zu begrüssen, wenn, vor allem in den
Tälern, einige Italienisch-Kenntnisse durchaus weiterhelfen können. Und es
wird estimiert! Das gilt auch für Brissago. Wer im Telefonbuch
blättert, stellt fest, dass da neben den ursprünglichen Südschweizern weit
mehr „Nicht-Tessiner“ registriert sind – grossenteils eben glückliche
Teilzeit-Bewohnerinnen und -Bewohner von Zweitwohnungen, von Ferienhäusern,
oder nicht wenige Pensionierte, die südliche Wärme gesucht und gefunden
haben. Um Integration bemüht, was nicht ganz einfach ist, wird man sich des
oben genannten Respekts befleissigen!
[Inhalt]
Hiesige Politik –
kurzgefasst
Allerdings sind die Trägerinnen und Träger
etlicher nicht italienischer Geschlechtsnamen längst durchaus Einheimische,
zum Teil seit Generationen. Der Gemeindepräsident selber gehört zu ihnen.
Und gleicherweise Ortsparlamentarier und Jachtklub-Gründer Edouard Wahl, der
alte, gelegentlich unbequeme Querdenker, der mit seiner Liste „Farsi
Coraggio“, nebst Sozial- und Christlichdemokraten, verhindert hat, dass die
in Brissago traditionell dominante Partei, der Partito Liberale Radicale
(die hiesigen Freisinnigen also), ohnehin das Municipio (Gemeinderat)
dominierend, auch im Consilio Comunale (Gemeindeparlament) über die absolute
Mehrheit verfügt. Mögen etliche Vorstösse des nonkonformen alt-Journalisten
eher folkloristisch oder aber auch allzu eigensinnig-unrealistisch anmuten,
so ist sein Bemühen, dem Städtchen Brissago Eigenständigkeit und Eigenleben
– um die sich immerhin über zwei Dutzend lokaler Vereine mitbemühen – zu
erhalten, doch durchaus bedenkenswert. Denn der Sog der Konsumtempel Asconas, Losones,
Locarnos und neuerdings auch Teneros sowie die folkloristischen Märkte im
angrenzenden Italien, dem in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten eine
ganze Anzahl Läden und damit nebst Einkaufsmöglichkeiten am Ort etliche
Arbeitsplätze zum Opfer gefallen sind, ist unübersehbar. Dies muss auch vom
touristischen Standort her Aufmerksamkeit wecken. Dass es dem
Parlamentsvizepräsidenten Wahl vor einiger Zeit verwehrt worden ist, wie
üblich turnusgemäss ins Ratspräsidium aufzusteigen, mutet deshalb – bei
allem Verständnis für gewissen Ärger - eher wie eine, allerdings typische,
Provinzposse an. Die Ortsbürger jedoch, die vom
Ufficio patriziale geleiteten „Patrizier“ (in der Gemeinde wohnhaft um die
425, insgesamt um die 1375 herum), und andere Eingesessene lassen sich auch
in Brissago, der Communitatis Brissagensis, nicht gern dreinreden. Unter ihnen finden sich die Baccalà,
Baciocchi, Beretta, Berta, Biffi, Bottini und Branca, die Chiappini, Conti
Rossini, Forzoni, Franconi, Gallotti und Jelmoni, die Pagani, Pantellini,
Prato, Quaglia, Storelli und Zanini…
[Inhalt]
Literatur
Ergänzende Literatur: Elfi Rüsch/Annegret
Diethelm: Brissago. Kunstführer GSK, Bern 1999; als poetische
„Liebeserklärung“ an Brissago: Carlo Kuchler: Vom Glück in Brissago, Das
kleine Tessinbuch, Locarno 1961 (2.A. 1971); Virgilio Gilardoni: I Monumenti
d’Arte e di Storia del Canton Ticino, Vol. 2, Basilea 1979; zu den
mittelalterlichen Statuten Brissagos: Pierangelo Frigerio/Pier Giacomo
Pisoni: Brissago Medievale nei suoi Statuti (secoli XIII-XVI, Locarno 1984;
zur Geschichte des Grand-Hotels: Grand Hôtel Brissago 1906-1993, hg. von
Monica Nestler, Verscio TI 1993; dazu der Dokumentarfilm von Isa
Hesse-Rabinovitch „Geister und Gäste, in memoriam Grand-Hotel Brissago“,
1989; Carl Schell: Die ganze Welt in meinem Garten, Stuttgart 2002; Alberto
Dell’Acqua e Carlito Ferrari „Grimod“: Angelo Conti Rossini. Dieci Anni Dopo,
Bellinzona 2003; “Neue Zürcher Zeitung” 3.5.2002, S. 81/82 (zur
zeitgenössischen Architektur); “Aargauer Zeitung”, Beilage „AZ am
Wochenende“ 25.8.2001 (zu den Brissago-Inseln); Konrad Dryden : Leoncavallo.
Life and Works. Foreword by Plácido Domingo, Bamberg 2005; Daniele Rubboli: Ridi
Pagliaccio, Ruggero Leoncavallo: un musicista raccontato per la prima volta,
Lucca 1985 „Der Bund“, Bern
13.4.2002, S. 7 (zum neuen Museum für Ruggero Leoncavallo; dazu auch: http:/www.leoncavallo.ch;
http://www.brissago-info.com/leoncavallo/stiftung.html); zur
ägyptischen Mumie vgl. Alexandra Küffer, Renate Siegmann u.a.: Vergessene
ägyptische Särge und Mumien in Schweizer Museen und Sammlungen, erscheint im
Herbst 2004 im Verlag Philipp von Zabern, Mainz.; dazu auch Beiträge von
Barbara Hofmann in der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag“, 11.7.2004, von
Gerhard Lob in der „Basler Zeitung“ vom 30.7.2004 und in „Der Bund“ vom
23.8.2004. – Gekürzte Fassung der vorliegenden Abhandlung als
Zeitungsartikel in „Der Bund“, Bern 29.8.2002, S. 10.
[Inhalt]
Auskünfte über:
Ente Turistico Lago Maggiore (Offizielles
Verkehrsbüro), Via Bernardino Luini 3, CH-6600 Locarno TI;
Ufficio Brissago e Ronco s/Ascona: Via R.
Leoncavallo 25, CH-6614 Brissago TI.
Tel.: 091 791 00 91; Fax:
091 785 19 41
E-Mail:
buongiorno@maggiore.ch;
Internet: http://www.maggiore.ch ;
Municipio Brissago (Gemeindeverwaltung) :
Piazza Municipio 1, CH-6614
Brissago TI. Tel.: 091 793 19 91; Fax: 091 793 40 59;
E-Mail:
cancelleria@brissago.ch;
Internet: http://www.brissago.ch (Homepage/Website mit weiterführender Literatur).
Sehenswert der im Text erwähnte Spielfilm “Strada principale – eine Tessiner
Chronik”, Brissago-Drama von B. Conti Rossini mit M. Bottini, A. Moor und D.
Gaffuri, CH 2002.
Im Herbst 2000, aktualisiert und ergänzt bis März 2005
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