Compact Discs mit Musik Ruggero Leoncavallos
Ein Ratgeber (2006)
Pagliacci ist eine der meistaufgeführten und auf Schallplatte
eingespielten Opern; entsprechend waren seit der Verbreitung der
mechanischen Musikwiedergabe Ausschnitt- und Gesamtaufnahmen des
„Bajazzo“ greifbar. Von den bereits auch wieder zahlreichen
CD-Aufnahmen, zum Teil in Verbindung mit der „Cavalleria rusticana“
Pietro Mascagnis (so die Interpretation mit José Carreras, EMI 7
63650 2 ), seien hier lediglich genannt: Die Einspielungen mit Jussi
Björling (EMI 7243 5 66778 2 1), die Karajan-Interpretation mit
Carlo Bergonzi (DG 449 727-2), die CD mit Placido Domingo (Ph 411
484-2, auch als Musicassette sowie als Video-Film von Franco
Zeffirelli) und mit Luciano Pavarotti (Ph 434 131-2). Besondere
Erwähnung bedarf die erste Gesamtaufnahme überhaupt unter der
Anleitung des Komponisten aus dem Jahr 1907 (!), jetzt auf CD (Bongiovanni
GB 1120-2).
Von La Bohème sind zwei CD-Interpretationen erhältlich: die
„Münchner“ Einspielung mit Lucia Popp (Orfeo C 023 822 H) sowie die
„Venezianer“ Version mit Lucia Mazzaria (Nueva Era NE 7300/01).
Auch von Zazà gibt es zwei CD-Aufnahmen: mit Lynne Strow (Gala GL
100.732; zusätzlich Musik von Alberto Franchetti), und mit Lisa
Houben (Bongiovanni GB 2289/90-2).
Zingari und Edipo Re finden sich, mit Gianna Galli
beziehungsweise Giulio Fioravanti, zusammen auf der Doppel-CD TKM
Records-Slovenja/Disctronics Italia LS 347,07. Von Soldini Musica in
Locarno höre ich allerdings, die Aufnahme sei inzwischen vergriffen
– schade!
Neu hingegen (2005!) ist die Aufnahme der Jugendoper Chatterton
von 1876, revidiert und uraufgeführt 1896; mit Renato Zuin (Bongiovanni
GB 2372/73-2).
Auch eine Operette Leoncavallos ist greifbar: La Reginetta delle
rose mit Lina Pagliughi (Bongiovanni GB 1188-2; sämtliche
Musiknummern, zusätzlich auch Arien von Donizetti, Lehár, Delibes,
Verdi, Thomas).
Bongiovanni hat sich um Leoncavallo verdient gemacht: Auf einer CD
finden sich: Die Ouvertüre zum Roland von Berlin, Intermezzo
und Scherzo aus Chatterton, Intermezzo aus Zingari (Bongiovanni GB
2216-2; dazu Musik von Alberto Franchetti).
Nicht käuflich ist (leider) der Frankfurter Mitschnitt von I
Medici aus dem Jahr 1993 (Neuausgabe Graziano Mandozzi) mit Renato
Bruson und Giuseppe Giacobini.
Nach den Aufführungen in Savona und Baveno im Juli 2002 ist
erfreulicherweise die sinfonische Dichtung La nuit de mai mit dem
Tenor Gustavo Porta seit 2003 greifbar (Dynamic CDS 423 (DDD). Mit
Glück lässt sich vielleicht noch die ältere, inzwischen vergriffene
Aufnahme unter der Stabführung Nello Santis beschaffen (Accord 201
582).
Im Leoncavallo-Museum ist die sehr schöne Klaviermusik Ruggero
Leoncavallos erhältlich: die Gesamtedition mit Marco Sollini (2 CDs,
Bongiovanni GB 5578-2, GB 5599-2), die Einzel-CD mit Dario Müller (Dynamic
S 2024). Ebenso erwerbbar ist im Museo aus dem reichhaltigen Liedgut
Leoncavallos die CD mit 19 Arie inedite, gesungen von Fausto Tenzi,
begleitet von Roberto Negri (Nuova Era NE 7178). Nicht im Handel
steht (21) Liriche da camera, eine Produktion von
Ticino Musica 2001.
Von den ersten drei der jährlichen Festivals Leoncavallo in Brissago
aus den Jahren 1996, 1997 und 1998 bietet das Museo je eine CD an:
Raredisc RD 9601, RD 9701, RD 9801 (auch zusammen mit reichhaltiger
Dokumentation). Aus dem Fundus der Vinyl-Schallplatten offeriert das
Museo die interessante Aufnahme Hommage à Leoncavallo (Emi, Mario
Morini) des Locarneser Musikologen und Leoncavallo-Kenners Graziano
Mandozzi.
Das Morgenständchen der „Mattinata“ und das Intermezzo aus
„Pagliacci“ sind auf diversen CDs zu hören: die „Mattinata“
beispielsweise (zusammen mit „Brise de mer“) auf Naxos 8.554756D,
das „Intermezzo“ auf Oggi – Universal Internation Music B.V.
1989-1993, RCS Periodici S.p.A. 2001.
Der bekannte Brissagheser Tenor Ottavio Palmieri singt, begleitet
von Paolo Sala, die „Mattinata“ und „Io non ho che una povera
stanzetta“ aus „La Bohème“ (auf der CD Suisa OP1956001); Sala spielt
zusätzlich „Sous les palmiers“ (weitere Arien von Tosti, Denza,
Verdi, Puccini, Donizetti); auf einer zweiten CD singt Palmieri,
begleitet vom Ensemble Strumentale Scaligero, „Aprile“ und wieder
die „Mattinata“ (Rete due, radio svizzera); weitere Arien von Cilèa,
Puccini, Verdi und De Curtis. Diese beiden CDs sind im Museo und bei
der Ente Turistico erhältlich.
Der Weinhändler und Sänger Giuseppe Bava aus dem benachbarten
Cannobio in Italien singt aus den „Pagliacci“ das berühmte „Vesti la
Giubba“ sowie das Lied „Tu che m’hai preso il cuore“ (BGT 2001) –
und verkauft natürlich gern neben gutem Wein auch seine weiteren
CDs!
Gustav A. Lang, Brissago
